Geschichte

Geschichte der Chräjezunft

Am Güdisdienstag, 22. Februar 1968 wurde in Entlebuch der erste Fasnachtsumzug der Neuzeit durchgeführt. Die Vorbereitungen dieser Veranstaltung und der Umzugswagen dauerten fünf Tage. Die Idee dazu hatten die beiden Ehrenchräje Josef Wigger alias Spowi und Max Kaufmann erst am Schmutzigen Donnerstag. Damals war auf einem der Wagen „Chölizunft“ zu lesen, was aber bei der offiziellen Zunftgründung am 9. Oktober gleichen Jahres auf „Chräjezunft“ abgeändert wurde. Die Bezeichnung „Chölizunft“ regte vor allem der Lokalhistoriker und Sprachkenner Julius Aregger, Hasle, an. „Cheli“ für Kaffee Schnaps sei ein Obwaldner Ausdruck, hingegen werde im Entlebuch von „Schwarzem“ oder eben früher von „Chräj“ gesprochen.

Im Gründungszunftrat waren ausschliesslich Bewohner des Hinterdorfes vertreten. Da aber mit der Zeit Zunftmeisterliche Oberhäupter Mangelware wurden, öffnete man diese örtliche Begrenzung. Heute ist es für jedermann/frau möglich, Mitglied der Zunft zu werden. Die Bezahlung des Zunftbeitrages ist die einzige Bedingung.

Die Chräjezunft Entlebuch ist ein Fasnachtsverein mit dem Zunftrat an der Spitze. Das Oberhaupt auf Zeit, nämlich für zwei Jahre, ist der Zunftmeister oder die Zunftmeisterin. Dieser oder diese muss nicht zwingend Mitglied des Zunftrates sein. Als eigentliche Dachorganisation aller Fasnachtsvereine in Entlebuch ist der Chräjezunft eine gute Zusammenarbeit mit den Guggenmusigen sehr wichtig. Sämtliche Guggenmusikanten sind auch Zunftmitglieder.

Die Chräjezunft Entlebuch bezweckt Erhaltung und Förderung der Fasnachts-Kultur in Entlebuch und Umgebung. Dies versucht sie mit Organisieren von Fasnachtsan-
lässen aller Art, mit der periodischen Durchführung eines Fasnachtsumzuges (alle zwei Jahre), mit der Mithilfe bei anderen Veranstaltungen, die das Fasnachtsleben fördern, mit der Herausgabe einer Fasnachtszeitung und mit der Förderung der Gemütlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen in Entlebuch und Umgebung zu erreichen.